2026

Zwischenstation im Kairoer Wartebereich

Erste Fahrt im Frühjahr

 

Im März 2026 sollte es dann für drei Vereinsmitglieder wieder auf die Reise nach Uganda gehen. Leider wurde uns drei Tage vor dem Abflug mitgeteilt, dass unser Reiseverlauf von der Fluggesellschaft grundlegend geändert worden war. So kam es, dass wir nachts in Kairo ankamen und im Wartebereich festsaßen, da wir aufgrund einer Verspätung unseren Anschlussflug verpasst hatten. Die daraufhin erfolgte Umbuchung vor Ort nahm viele ungemütliche Stunden in einem wenig einladenden Übergangsbereich in Anspruch.

 

Mitten in der Nacht konnten wir unsere mehrfach umgebuchte Reise schließlich über Addis Abeba nach Entebbe fortsetzen und erreichten unser Ziel am Mittag.

 

Leider blieb die Hälfte unseres aufgegebenen Gepäcks auf der Strecke. Nach fast 24 Stunden Reisezeit mussten wir uns völlig erschöpft auch noch der afrikanischen Art der Lost-and-Found-Prozedur unterziehen. Dabei stellte sich heraus, dass die Fluggesellschaft nicht in der Lage oder nicht gewillt war, uns das vermisste Gepäck zu unserem endgültigen Aufenthaltsortnachzusenden. Daher mussten wir selbst eine Lösung finden.

Die Katastrophe nahm ihren Lauf, als wir im strömenden Regen unser Quartier in Gulu. beziehen wollten. Obwohl eine dreifache Buchungsbestätigung vorlag, wurde uns bei unserer Ankunft mitgeteilt, dass die Unterkunft ausgebucht sei. Nach weiteren Stunden der Diskussion, in denen wir auf eine Lösung seitens der Unterkunft bestanden, konnten wir schließlich ein Ausweichquartier beziehen.

 

Am nächsten Tag besuchten wir als Erstes die Baustelle und konnten erfreut feststellen, dass der Lagerraum, wie verabredet, bis zum ersten Ringanker aufgebaut worden war. Kilama,, unser zuverlässiger Bauingenieur, hatte während unserer Abwesenheit das Gebäude wie gewünscht weitergebaut. 

Baufortschritt
Baufortschritt

Eine weitere Ernüchterung folgte am nächsten Tag beim Besuch des RCC, wo wir uns nach dem Stand der Registrierung unseres Vereins erkundigen wollten. Zwischenzeitlich war nichts vorangekommen, und die wenig qualifizierten Aussagen des zuständigen Beamten waren teilweise so widersprüchlich, dass ein weiteres Vorgehen auf diesem Weg nicht erfolgversprechend erschien. Eine verlässliche Unterstützung für unser Vorhaben konnten wir von dieser Stelle nicht erwarten. Im Gegenteil: Die widersprüchlichen Informationen erschwerten die Klärung des Sachverhalts zusätzlich und trugen aus unserer Sicht eher zu weiterer Verwirrung als zu einer Lösung bei.

 

Unser zentrales Anliegen war die Schaffung rechtlicher Sicherheit für unseren Verein. Eine rechtlich anerkannte Registrierung war die unabdingbare Voraussetzung für die Fortführung unserer Vereinstätigkeit in Uganda. Ohne diesen rechtlichen Status können wir unser Projekt vor Ort nicht dauerhaft und rechtskonform weiterführen.

In langen internen Krisensitzungen und zahlreichen Diskussionen kamen wir schließlich zu dem Schluss, dass nur noch eine Registrierung als NGO erfolgversprechend war. Um diese Möglichkeit näher zu prüfen, führten wir mehrere Gespräche mit Vertretern bereits vor Ort tätiger NGOs. Diese bestätigten unsere Einschätzung im Großen und Ganzen und bestärkten uns darin, diesen Weg weiterzuverfolgen.

 

Die während unseres Aufenthalts gemachten Erfahrungen zeigten deutlich, dass das im April 2025 geführte Beratungsgespräch mit einem dort ansässigen Anwalt auf unzutreffenden Auskünften beruhte und uns dadurch auf einen Irrweg geführt hatte. Infolgedessen haben wir im Registrierungsverfahren nahezu ein ganzes Jahr verloren.

Ungeachtet der vielen negativen Erlebnisse konnten wir dennoch auch einiges Positives erreichen. So gelang es uns, ein für die Bauarbeiten dringend benötigtes Rollgerüst mit den vor Ort verfügbaren Materialien zu bauen. Nach seiner Fertigstellung wurde es sofort in die Bauarbeiten integriert und bis zum Abschluss der zweiten Bauphase intensiv genutzt. Ein zweites benötigtes Rollgerüst soll gegebenenfalls beim nächsten Besuch gebaut werden.

Das Gerüst
Das Gerüst
Das Gerüst
Das Gerüst
Baufortschritt

Zum Abschluss unserer Reise konnte der zweite Bauabschnitt fertiggestellt werden. Es waren nur noch kleinere Restarbeiten zu erledigen, die unser Bauingenieur Kilama eigenständig und zuverlässig ausführen konnte.

Erfreulicherweise haben alle acht Auszubildenden ihre verschobene Prüfung im März 2026 erfolgreich bestanden. Zwei der Jugendlichen, die sich besonders bewährt haben, wurden sogar vom Werkstattleiter Charles übernommen. Die anderen sechs haben inzwischen ebenfalls eine Arbeitsstelle gefunden.

 

Anfang 2026 konnten bereits vier neue Auszubildende ihre Ausbildung beginnen. Das ist ein großartiger Erfolg. Die Jungen sind mit viel Engagement dabei und freuen sich sehr über diese Chance fürs Leben, die ihnen durch die Unterstützung des Vereins ermöglicht wird.

Trainees 2025 und 2026

Auf dem Rückweg gelang es uns schließlich auch in Kampala, ein Treffen mit dem Leiter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Uganda, Mr. James Macbeth-Forbes, zu realisieren.

Er gab uns wertvolle Hinweise und Einblicke in die aktuelle Situation von NGOs in Uganda. Darüber hinaus erhielten wir wichtige Informationen zum Registrierungsprozess. Durch eine kurzfristig einberufene Videokonferenz konnten wir bereits den ersten Kontakt zu einer anwaltlichen Vertretung herstellen und erste Fragen klären.

Am Palmsonntag starteten wir von Gulu unsere Rückreise mit dem Segen von Moses
Sicher ist sicher!

Dann war es jedoch Zeit zum Aufbruch, da wir uns umgehend auf den Weg zum Flughafen in Entebbe machen mussten. Die Rückreise verlief – im Gegensatz zur Hinreise – reibungslos, sodass wir planmäßig am nächsten Tag mit unserem vollständigen Gepäck in Berlin landeten.